Anlass

 
Anlass für die Einrichtung dieses Weiterbildungsangebots ist das bisherige Fehlen eines entsprechenden Hochschulstudiengangs.
Auch wenn in Freiburg seit 1973 regelmäßig entsprechende Veranstaltungen stattfanden, war dort doch die Einrichtung eines solchen Studiengangs wegen des Status des damaligen Initiators als Hochschulassistent mit befristetem Vertrag nicht möglich. Der Name Musik- und Tanztherapie des ab 1977 in Münster initiierten und schließlich nach langwierigen Diskussionen etablierten Studiengangs Musiktherapie konnte nicht durchgesetzt werden, wenngleich die bis 2010 gültige Studien- und Prüfungsordnung de facto Tanztherapie gleichrangig wie Musiktherapie enthielt. Schließlich wurde auch die in Köln vom dortigen Hochschulsenat beschlossene Etablierung eines Studiengangs Musik- und Tanztherapie durch massive Intrigen und Kampagnen von freiberuflich Tätigen, die um ihre Profite bangten, verhindert, obgleich die Besetzung der dortigen C4-Professur für Musik- und Tanztherapie erfolgte und dieser Bereich in der Satzung des Instituts für Musik- und Tanzpädagogik enthalten war. Immerhin gingen aus den seit 1986 in jedem Semester stattfindenden Lehrveranstaltungen zur Tanztherapie eine stattliche Reihe von Diplomarbeiten und Dissertationen hervor. Den formalen Universitätsabschluss in Musik- und/oder Tanztherapie erhielten die Teilnehmer des entsprechenden Studiengangs an der Karls-Universität Prag seit 1990, der 1998 von der Universität Münster übernommen wurde. 
Nachdem sich anlässlich meines Vorhabens, an meinem Institut in Köln eine Tanztherapeutin M. A. als wissenschaftliche Mitarbeiterin einzustellen, herausstellte, dass in den USA erworbene Tanztherapie-Abschlüsse von deutschen Hochschulleitungen und Wissenschaftsministerien nicht anerkannt werden und auch der Titel "Klinischer Tanztherapeut grad." weder vergeben noch geführt werden darf, und nachdem die Einrichtung einer Tanztherapie-Professur in Dresden an einer Bewerberin scheiterte, die 2005 die Findungskommission auf den ersten Platz auf der Berufungsliste gesetzt hatte, ihr M.A.-Titel, den ihr eine Privathochschule in Leuk/Schweiz ausgestellt hatte, weder in der Schweiz noch in Deutschland anerkannt wurde (www.kreativtherapien.de), erschien es an der Zeit, ein neuartiges Konzept zu erstellen, das den in Deutschland im Hinblick auf Europa anzutreffenden klinischen, pädagogischen, künstlerischen und wissenschaftlichen Bedingungen und Ansprüchen entspricht. 

Das neue Weiterbildungsangebot Künstlerische Tanztherapie als Angewandte Tanzpsychologie richtet sich hauptsächlich an Berufstätige, die bereits über die wünschenswerte Berufs- und Lebenserfahrung verfügen und damit sehr viel gezielter auf die Erfordernisse in klinischen, schulischen und außerschulischen Berufen ansprechbar sind. 
 

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